Baumpflege erklärt
Auch: Wundheilung, Abschottung, CODIT
Unsere Haut ersetzt beschädigtes Gewebe durch neues. Ein Baum kann das nicht. Beschädigtes Holz bleibt beschädigt, für immer.
Der Wulst um eine alte Wunde ist kein Heilen. Das ist neues Holz über dem alten Schaden. Zugewachsen heißt nicht geheilt, es heißt verschlossen.



Er zieht Grenzen um die verletzte Stelle und macht sie für Pilze schwer passierbar. Und er wächst außen darüber hinweg. Der Schaden bleibt im Inneren und wird nur eingeschlossen.
Die Größe entscheidet. Eine kleine Wunde bekommt der Baum in ein paar Jahren zu, eine große schafft er nicht. Was offen bleibt, ist eine Eintrittstür für Fäule und die wandert nach unten.
Der Ort entscheidet. Am dünnen Ast ist eine Wunde ein kleines Problem. Am Stamm ist dieselbe Wunde die Statik des ganzen Baums.
Und die Stelle des Schnitts entscheidet. Am Astring, nicht bündig am Stamm und nicht als Stummel. Ein Schnitt an der falschen Stelle nimmt dem Baum die Möglichkeit, sich zu wehren.
Deshalb kostet guter Baumschnitt Zeit. Nicht weil jemand langsam ist sondern weil viele kleine Schnitte besser sind als ein großer.
Nein. Anstriche halten Feuchtigkeit fest und behindern die Abgrenzung. Der beste Wundverschluss ist ein sauberer Schnitt an der richtigen Stelle.
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