Baumpflege
Hundertmark
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Baumpflege erklärt

Der tote Baum

Auch: Habitatbaum, Torsoschnitt, Coronet-Schnitt

Ein toter Baum ist ein Hochhaus. Höhlungen werden Brutplätze, abstehende Rinde wird Tagesquartier für Fledermäuse, morsches Holz ernährt Insekten.

Eine Ersatzpflanzung liefert das nicht. Höhlung, lose Rinde und morsches Holz entstehen über Jahrzehnte.

Abgestorbener Baum mit voller kahler Krone, ein Kletterer klein darin
Vorher: tot, aber mit voller Krone. Die langen Äste sind das Problem.
Stehender Torso mit gezackten Schnittkanten, wie ein natürlicher Bruch
Nachher: die Kanten sind nachgearbeitet, damit sie aussehen wie ein Bruch.

Wie so ein Baum entsteht

Am Anfang steht ein Baum, der stirbt. Trockenheit, ein Pilz, ein Blitz. Oder er ist am Ende seiner Zeit. Was dann dasteht, ist ein toter Baum mit einer vollen Krone. Und die Krone ist das Problem: lange Äste mit viel Hebel. Dazu kein lebendes Holz mehr, das noch irgendetwas nachbessert.

Von hier führen zwei Wege weg. Entweder der Baum kommt ganz weg. Oder es kommt nur das weg, was Schaden anrichten kann. Die Krone wird abgetragen, der Stamm bleibt stehen. Auf einer Höhe, bei der nichts passiert, wenn irgendwann ein Stück davon abfällt.

Was übrig bleibt, nennt man Torso oder Habitatbaum. Das ist nicht der Rest einer halben Fällung. Das ist das Ziel: stehendes totes Holz, das schon bewohnt ist und bewohnt bleibt.

Warum das keine Kappung ist

Von unten sieht der Schnitt ähnlich aus. Ein Baum, oben abgeschnitten. Deshalb kommt die Frage fast immer.

Beim lebenden Baum nimmt ein Schnitt auf eine Höhe die gesamte Versorgung. Er antwortet mit Nottrieben, in die Schnittstellen zieht die Fäule, aus einem sicheren Baum wird ein unsicherer. Das ist Kappung.

Beim toten Baum ist nichts mehr wegzunehmen. Er wird auf eine Höhe eingekürzt, die auch dann sicher ist, wenn irgendwann etwas herunterfällt.

Der Unterschied liegt nicht in der Säge. Er liegt darin, ob der Baum noch lebt.

Wie geschnitten wird

Nicht glatt abgesägt. Die Kante wird nachgearbeitet, bis sie aussieht wie ein Bruch. Der Fachbegriff ist Coronet-Schnitt, nach der Form: die Zacken stehen wie eine Krone. Genau diese Risse und Spalten sind die Eintrittsstellen für Insekten und Pilze.

Wann er doch weg muss

Wo Menschen darunter sind, die man nicht wegplanen kann. Ohne Sicherheitsbereich. Und wenn niemand ihn kontrolliert, denn ein Torso bleibt kontrollpflichtig.

Und dann, wenn der Stamm selbst nicht mehr sicher steht. Der Torso ist nur so lange eine Möglichkeit, wie der Fuß trägt. Das ist die Frage, die vorher beantwortet werden muss.

Die Prüfung entscheidet und nicht die Haltung. Wer grundsätzlich stehen lässt, macht denselben Fehler wie der, der immer fällt.

Was das für dich heißt
  • Steht bei dir so ein Baum: frag einmal, ob ein Torso möglich wäre.
  • Vor jeder Fällung an einem toten Baum: nachsehen, wer schon drin wohnt. Höhlen sind ganzjährig geschützt.
  • Ein Torso auf der Wiese ist möglich. Über dem Gehweg nicht.

Ich bin Baumpfleger und kein Jurist. Das hier ist Praxiswissen und keine Rechtsberatung. Für die rechtliche Seite gibt es Fachleute: Rainer Hilsberg schreibt die Kolumne BaumRecht in der TASPO BAUMZEITUNG. Cedric Vornholt veröffentlicht zum Baumschutzrecht und zur Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen.

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Erklärt von Josua Hundertmark, Baumpflege Hundertmark in Michelstadt. Wir arbeiten in Michelstadt, Erbach, Bad König, Brensbach, Brombachtal, Fränkisch-Crumbach, Höchst im Odenwald, Lützelbach, Mossautal, Oberzent, Reichelsheim, Breuberg, im übrigen Odenwaldkreis und in Darmstadt. Baum ansehen lassen: 0163 1729498 oder hey@baumpflegehundertmark.de