Baumpflege
Hundertmark
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Baumpflege erklärt

Eingehende Untersuchung

Auch: EU, Baumuntersuchung, Schalltomographie, Zugversuch

Die Baumkontrolle sagt, dass etwas auffällt. Die eingehende Untersuchung sagt, was es bedeutet.

Sie wird nicht routinemäßig gemacht. Sie wird gemacht, wenn ein konkreter Verdacht da ist und das Auge nicht weiterkommt.

Zwei Messgeräte sind am Stammfuß einer alten Eiche befestigt, Blick am Stamm entlang nach oben
Zugversuch: Sensoren am Stamm und am Wurzelanlauf messen, wie der Baum unter Last reagiert.

Wann sie dran ist

Nicht nach einer Liste. Eine Baumkontrolle endet immer mit einem von zwei Ergebnissen: Der Baum ist sicher. Oder es sind Maßnahmen nötig.

Die eingehende Untersuchung ist eine dieser Maßnahmen. Sie wird festgelegt, wenn sich vom Boden aus nicht abschließend beurteilen lässt, ob der Baum sicher ist. Die Person kann dann nicht sagen, dass er es ist. Und sie kann auch nicht sagen, dass er es nicht ist.

Die eingehende Untersuchung ist keine Ausnahme vom Verfahren. Sie ist Teil davon.

Woran so ein Verdacht hängt, ist von Fall zu Fall verschieden. Ein Pilz am Stammfuß, ein Riss, eine alte Schnittstelle, ein Baum, der sich bewegt hat. Entscheidend ist nicht, was da ist. Entscheidend ist, ob es sich von unten beurteilen lässt.

Die Schalltomographie

Auf der Höhe, die untersucht werden soll, wird ein Ring aus Sensoren um den Stamm gelegt. Meistens acht bis zwölf Stück. Jeder wird mit einem kleinen Nagel durch die Rinde gesetzt, dünn wie eine Reißzwecke.

Dann wird jeder Sensor der Reihe nach mit einem kleinen Hammer angeschlagen. Alle anderen messen, wann der Schall bei ihnen ankommt. Bei zwölf Sensoren sind das über hundert Wege quer durch den Stamm.

Der Trick dahinter ist einfach: Durch festes Holz läuft Schall schnell. Durch morsches Holz oder durch Luft läuft er langsam. Aus den vielen Laufzeiten rechnet das Gerät ein Bild vom Querschnitt. Feste Bereiche in einer Farbe, weiche in einer anderen.

Wichtig zu wissen: Das Bild ist kein Foto, sondern eine Berechnung. Ein Riss kann darin aussehen wie eine Fäule, weil der Schall in beiden Fällen langsamer wird. Deshalb wird das Bild nie allein gelesen, sondern immer zusammen mit dem, was am Baum zu sehen ist.

Der Baum behält ein paar Einstiche, die er selbst überwächst. Eine Messebene dauert etwa eine halbe bis eine Stunde.

Die Bohrwiderstandsmessung

Eine Nadel von etwa drei Millimetern fährt mit gleichbleibender Geschwindigkeit ins Holz. Ein Schreiber zeichnet dabei auf, wie viel Kraft sie braucht.

Festes Holz bremst die Nadel, morsches kaum, ein Hohlraum gar nicht. Am Ende liegt eine Zackenlinie vor: hoch heißt fest, flach heißt weich, ganz unten heißt hohl. Daran lässt sich ablesen, wo die tragende Wand anfängt und wo sie aufhört.

Der Vorteil ist die Genauigkeit auf den Millimeter. Der Nachteil ist, dass sie nur die eine Linie zeigt, an der gebohrt wurde. Zwei Zentimeter daneben kann es anders aussehen. Deshalb wird sie meistens gezielt eingesetzt, wenn der Verdacht schon eng eingegrenzt ist.

Das Loch ist kleiner als ein Streichholz. Es ist trotzdem eine Verletzung. Deswegen werden so wenige gesetzt wie möglich.

Der Zugversuch

Hier wird nicht ins Holz geschaut, sondern am Baum gezogen. In die Krone kommt ein Seil, das von einer Winde langsam gespannt wird. Die Zugkraft wird dabei gemessen und bleibt deutlich unter dem, was dem Baum schaden würde.

Währenddessen arbeiten zwei Arten von Sensoren. Am Stamm sitzt ein Dehnungsmesser. Er erfasst, wie stark sich die äußeren Fasern strecken, also ob der Stamm noch genug Substanz hat. Am Stammfuß sitzt ein Neigungsmesser. Er erfasst, ob sich der Wurzelteller im Boden bewegt.

Aus beiden Werten wird hochgerechnet, wie sich der Baum bei Sturm verhalten würde. Der Baum bleibt dabei unverletzt.

Er ist das aufwendigste der drei Verfahren, weil jemand in die Krone muss und der Aufbau Zeit braucht. Und er ist der einzige, der etwas über die Standsicherheit sagt. Schalltomographie und Bohrung beurteilen nur den Stamm.

Was am Ende dabei herauskommt

Keine Garantie. Eine Einschätzung mit Zahlen und eine Empfehlung: nichts tun, entlasten, sichern, den Kontrollabstand verkürzen oder fällen. Dazu ein Papier, das man vorlegen kann.

Und der Punkt, der oft übersehen wird: Eine eingehende Untersuchung kostet mehr als eine Kontrolle und weniger als eine Fällung mit Ersatzpflanzung.

Die eingehende Untersuchung ist das, was einen Baum retten kann. Nicht das, was ihn verurteilt.

Wie das bei uns läuft

Die Kontrolle und die Entscheidung, ob eine eingehende Untersuchung nötig ist, machen wir selbst. Für die Messung arbeiten wir mit erfahrenen Gutachter*innen zusammen: Zugversuch, Schalltomographie, Bohrwiderstandsmessung.

Für dich heißt das ein Ansprechpartner und ein Termin statt drei Telefonate. Und vorher eine ehrliche Einschätzung, ob sich der Aufwand in deinem Fall überhaupt lohnt.

Was das für dich heißt
  • Wenn dir jemand nach einem Blick von unten zur Fällung rät, frag nach der eingehenden Untersuchung.
  • Für Kommunen und Hausverwaltungen: das Ergebnis gehört in die Akte. Es ist der Beleg, dass geprüft wurde.
  • Bei einem Baum im Garten, unter dem niemand steht, braucht es sie meistens nicht. Frag lieber einmal nach, bevor du eine beauftragst.

Ich bin Baumpfleger und kein Jurist. Das hier ist Praxiswissen und keine Rechtsberatung. Für die rechtliche Seite gibt es Fachleute: Rainer Hilsberg schreibt die Kolumne BaumRecht in der TASPO BAUMZEITUNG. Cedric Vornholt veröffentlicht zum Baumschutzrecht und zur Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen.

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Erklärt von Josua Hundertmark, Baumpflege Hundertmark in Michelstadt. Wir arbeiten in Michelstadt, Erbach, Bad König, Brensbach, Brombachtal, Fränkisch-Crumbach, Höchst im Odenwald, Lützelbach, Mossautal, Oberzent, Reichelsheim, Breuberg, im übrigen Odenwaldkreis und in Darmstadt. Baum ansehen lassen: 0163 1729498 oder hey@baumpflegehundertmark.de