Baumpflege erklärt
Auch: Sommerschnitt, Trockenstress
Einer normalen Kronenpflege steht auch im Hochsommer nichts im Weg. Kritisch wird es erst, wenn viel Blattmasse wegkommt und Lücken in die Krone geschnitten werden.
Nicht die Temperatur entscheidet, ob geschnitten werden darf. Entscheidend ist, wie viel lebendes Laub wegkommt.

Eine normale Kronenpflege. Dabei kommt Totholz heraus und einzelne Äste werden abgeleitet, die Krone bleibt geschlossen. Der Baum verliert dabei so wenig Laub, dass es ihn nicht kostet.
Dazu Lichtraumprofil über Straße und Gehweg, das sind wenige Äste weit unten mit wenig Laub. Sicherungsschnitt an einem bruchgefährdeten Ast, Verkehrssicherheit wartet nicht bis Oktober. Kronensicherung einbauen. Und die Kletterarbeit selbst.
Alles, was in Menge Grün wegnimmt. Kappung, starke Kroneneinkürzung, Auslichten im großen Stil. Dafür gibt es drei Gründe.
Was jahrelang im Schatten der eigenen Krone lag, steht nach einem starken Schnitt in der Mittagssonne. Rindentemperaturen liegen dann zehn bis fünfzehn Grad über der Luft, kritisch wird es ab etwa fünfzig Grad im Kambium. Buche und Linde sind besonders empfindlich. Sichtbar wird der Schaden erst im Jahr darauf.
Ein großer Baum verdunstet an einem heißen Tag mehrere hundert Liter. Das kühlt sein Umfeld. Und es kühlt ihn selbst.
Im Sommer schottet ein Baum eine Schnittstelle am engsten ab. Nur kostet Abschottung Kraft. Ein Baum im Trockenstress hat davon weniger. Eine Schnittstelle steckt er weg. Vierzig sind etwas anderes.
Ein Baum im Trockenstress hat schon eine Baustelle. Die zweite kann warten.
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