Baumpflege erklärt
Auch: Herbstlaub, Mulchen
Vor dem Abwerfen holt sich der Baum aus dem Blatt zurück, was er noch brauchen kann. Genau deshalb wird es bunt. Was liegen bleibt, ist stickstoffarm.
Es geht nicht darum, dass Laub etwas hinzufügt. Es geht darum, dass ohne Laub etwas verloren geht.

Kohlenstoff, Masse und Struktur. Für einen Boden ist das mehr wert als Nährstoffe. Über den Winter wird es von tausenden Lebewesen zu Humus umgebaut. Humus ist die Schicht, die Wasser hält.
Ohne Decke liegt er den ganzen Winter offen. Regen schlägt auf die Krume, schlämmt sie zu und wäscht aus, was löslich ist. Eine Laubschicht bremst den Aufprall und hält die Krume offen.
Igel, Laufkäfer, Spinnen, Tausendfüßer, Asseln, Amphibien. Wer im Oktober aufräumt, räumt Winterquartiere weg, bevor sie bezogen sind. Wer im März aufräumt, räumt sie weg, bevor sie geräumt sind.
Der Laubbläser ist davon das Schlechteste. Er nimmt mit, was im Laub sitzt. Und er wirbelt die obersten Millimeter Boden gleich mit auf.
Vom Rasen muss es runter, sonst vergilbt das Gras. Von Gehwegen und Treppen auch, dort wird es rutschig.
Runter heißt nicht weg. Es heißt zwei Meter weiter.
Obstbaum, Birke, Weide, Hainbuche und Eberesche verrotten schnell. Walnuss, Eiche und Platane brauchen länger. Die schneidet man klein.
Ein Hinweis noch: Mulch gehört nur auf lockeren Boden. Auf verdichtetem bremst er die Verdunstung und schadet mehr, als er nutzt. Erst der Boden, dann die Decke.
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