Baumpflege erklärt
Auch: Kopfweide, Kopfschnitt, Formgehölz, Spalier
Es gibt Bäume, an denen alle paar Jahre alles Neue wieder abgenommen wird. Das sieht aus wie eine Kappung und ist etwas anderes.
Der Unterschied ist die Wiederholung von Anfang an. Ein Kopfbaum wird nicht gekappt. Er wird als Kopfbaum aufgebaut.


Ein junger Baum wird in einer bestimmten Höhe abgesetzt. Er treibt darunter aus. Diese Triebe werden nach ein paar Jahren wieder abgenommen, immer an derselben Stelle. Mit der Zeit legt der Baum dort einen verdickten Kopf an, aus dem er zuverlässig neu austreibt.
Das geht auf, weil es von Anfang an so gemacht wird und weil bestimmte Arten es mitmachen. Weide, Pappel, Linde, Platane und Esche gehören dazu. Eine alte Buche gehört nicht dazu.
Bei einer Kappung trifft es einen Baum, der dreißig oder achtzig Jahre lang etwas anderes war. Seine Krone war auf ihre Größe eingerichtet. Die Wunden sind entsprechend groß. Und er hat nie gelernt, aus einem Kopf auszutreiben.
Beim Kopfbaum sind die Schnittstellen klein, weil das Holz jung ist. Der Baum ist auf die Wiederholung eingestellt. Das ist keine Ausnahme von der Regel, sondern eine eigene und sehr alte Bewirtschaftungsform.
Wer einen Kopfbaum übernimmt, übernimmt den Turnus. Bleibt er zwanzig Jahre stehen, sind aus den Trieben schwere Äste geworden, die auf einem Kopf sitzen, in dem meistens schon Fäule steckt. Dann wird aus der Rücknahme eine Maßnahme mit echtem Risiko.
Dasselbe gilt für Formschnitt. Ein Platanendach oder ein Spalier ist eine jährliche Verabredung. Wer sie aufkündigt, hat in wenigen Jahren etwas anderes stehen.
Ein Kopfbaum ist keine Baumform. Er ist ein Termin, der wiederkommt.
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