Baumpflege erklärt
Auch: unechter Kopfschnitt, Ständer, Kronenerziehung
Die Maßnahme heißt Nachbehandlung gekappter Kronen. Die ZTV-Baumpflege führt sie als eigenen Punkt, also geregelte Arbeit und kein Notbehelf.
Benutz dieses Wort, wenn du jemanden holst. Wer damit nichts anfangen kann, ist der Falsche.

Aus den Schnittstellen wachsen viele gleich starke Triebe, im Fach Ständer genannt. Nur flach angebunden, dort, wo die Fäule arbeitet. Jedes Jahr mehr Länge, mehr Gewicht, mehr Windlast. Auf der schwächsten Stelle des Baums.
Zwei bis drei Jahre wird nicht geschnitten. Das ist keine Bequemlichkeit, das ist die Maßnahme. Der Baum braucht diese Triebe, sie liefern die Energie, mit der er die Wunden abschottet. Wer im ersten Jahr reingeht, nimmt ihm das Einzige, was gerade hilft.
Bei vitalem Baum und überschaubaren Wunden wird eine neue Krone erzogen: im Jahr drei bis vier vereinzeln, im Jahr sechs bis acht die Ausgewählten in der Spitze einkürzen, danach alle drei bis fünf Jahre nachschneiden.
Bei großen Wunden und Fäule im Inneren wird er dauerhaft klein gehalten: radikal ausdünnen, danach alle ein bis zwei Jahre den neuen Trieb an seiner Entstehungsstelle wegnehmen. Dabei bilden sich Wülste, die Köpfe. Die werden nie verletzt, in ihnen sitzt die Grenze zum gesunden Holz. Das ist der unechte Kopfschnitt.
Der Baum entscheidet, welcher Weg es wird. Nicht der Geschmack.
Ein gekappter Baum ist nie fertig. Er wird zum Dauerauftrag, im einen Fall alle drei bis fünf Jahre, im anderen alle ein bis zwei. Die Rechnung von damals war der kleinere Teil.
Kappen ist nicht günstiger. Es sieht nur günstiger aus.
Alle Begriffe am Baum ansehen →Weiter zu Seil oder Bühne →